PERRINE LIEVENS

Pointe de Fuite
Dec 28 – Jan 25 2014
von Bartha, S-chanf

Ligne, 2013 Wings of the Morpho Portis Thamyris on wood 350 x 250 x 90 cm
POINT DE FUITE Installation view, 2013 von Bartha, S-chanf
POINT DE FUITE Installation view, 2013 von Bartha, S-chanf
POINT DE FUITE Installation view, 2013 von Bartha, S-chanf
POINT DE FUITE Installation view, 2013 von Bartha, S-chanf
Cercle, 2013 Wings of the Morpho Portis Thamyris on wood 50 x 50 x 3 cm
Point de fuite (detail), 2013 Wings of the Morpho Portis Thamyris on wood 300 x 3 x 3 cm
Point de fuite, 2013 Wings of the Morpho Portis Thamyris on wood 300 x 3 x 3 cm
POINT DE FUITE Installation view, 2013 von Bartha, S-chanf
Bois, 2013 Soap 70 x 70 x 50 cm

Unzählige Flügelschläge gebannt in einer Momentaufnahme – in der für die von Bartha Chesa entstandenen Ausstellung macht Perrine Lievens sichtbar, was mit bloßem Auge nicht fassbar ist. Die junge in Paris lebende Künstlerin schafft es immer wieder in meisterlicher Manier ungewöhnliche Formen und Materialen zu verbinden und diese mit ihrer inhärenten feinsinnigen Poetik in einen gegebenen Raum zu integrieren. Die konzeptuelle plastische Behandlung ihrer Sujets fordert unsere Sehgewohnheiten heraus und versetzt das uns vertraute Verständnis von Dingen in Unordnung.

Das Engadin mit seiner Naturgewalt bildet den Ursprung der Arbeiten. Inspiriert und überwältigt von der Intensität der dort vorgefundenen Farben und Formen entsprang der Gedanke die Natur in den doch so artifiziell anmutenden Ausstellungsraum Einzug halten zu lassen. In fragilster Feinarbeit wurden unzählige Flügel des Morpho portis thamyris bearbeitet und auf eine hölzerne Unterkonstruktion aus rhombenförmigen geometrischen Elementen aufgebracht. Diese Verbindung raubt zunächst sämtliche gedachten und mit einem Schmetterling in Verbindung gebrachten Attribute. Strikt und monoton bilden sich drei geometrische Elemente aus. Doch betritt man den Ausstellungsraum löst sich jegliche Statik auf. Perrine Lievens spielt mit dem Betrachter. Subtil wird er hineingezogen in den Raum und verleitet sich um die Arbeiten zu bewegen, eine neue Welt zu erfahren und wahrzunehmen, was sich ihm in solch poetischer Erzählung eröffnet. Die Form der Linien zitiert den Flug eines Schmetterlings, der in einer Momentaufnahme gebannt, in abstrakter Form wiedergeben wird. Die Bewegung des Betrachters erweckt die Arbeit zum Leben. Es eröffnet sich ein betörendes Farbspiel, welches je nach Lichteinfall und Standpunkt durch eine prismenartige Reflexion in den unterschiedlichsten Blautönen changiert. Fast könnte man sich mit halbgeschlossenen Augen im strahlenden Sonnenlicht wähnen, einen Schmetterling beobachtend, der leicht seinen Flug vollzieht und schon ist, was erst so künstlich schien, reinste Natur.